Minister Laumann und die „Giftkiste“

Foto: Minister Karl-Josef Laumann (2.  v.r.), Bernd Petelkau MdL (3.v.l.), Ratsmitglied Thomas Welter (re.) zu Gast bei Kindernöte e.V. mit Sabine Lieder, Ingrid Hack, Anna Knauer und Detlev Geiß.

„Möchten Sie mal Beikost probieren?“ Mit dieser Frage von Sabine Lieder, Koordinatorin unseres Kleine Schritte-Netzwerks, startete der Besuch von NRW-Minister Karl-Josef Laumann in Chorweiler. Begleitet vom Landtagsabgeordneten Bernd Petelkau und vom Ratsherrn Thomas Welter informierte sich der für Arbeit, Gesundheit und Soziales zuständige Minister über soziale Projekte im Stadtbezirk und startete beim Angebot für die Kleinsten. Eine Dreiviertelstunde lang erfuhr er, wie die erfreuliche Förderung seines Ministeriums – in Verbindung mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) – für 250 Kinder und ihre Eltern wirkt, Woche für Woche, zwei Jahre lang. Bei „Gesund aufwachsen in Chorweiler“, so der Titel der Projektförderung, gibt es keine langatmigen Vorträge und auch keinen erhobenen Zeigefinger. Sondern Information, Aufklärung und vor allem praktische Anleitung zum Beispiel für gesunde und kindgerechte Ernährung. „Wenn die Kleinen sich an zuckerhaltiges und verarbeitetes Essen gewöhnen, an Fertiggerichte und Abgepacktes, dann ist der Weg zum Übergewicht, zu Diabetes und Zahnkrankheiten vorprogrammiert“, erläuterte Detlev Geiß, der viele Jahrzehnte in Chorweiler-Mitte so gut wie jedes Chorweiler Kind in seiner Kinderarzt-Praxis kennenlernte.

Die Fördersumme des Ministeriums ermöglicht uns, mit Müttern und Vätern gemeinsam zu kochen, gesund, ohne großen Zeitaufwand und auch noch lecker. Brei und Beikost für die Kleinsten, Familien-Mahlzeiten, Getränke… Stets dabei ist der Zucker-Messer, den wir auch unseren Gästen vorführten: In ein Glas gefüllt die Menge weißer Zucker, die in leider sehr beliebten „Lebensmitteln“ jeweils enthalten ist. Und auch immer dabei ist inzwischen unsere „Giftkiste“, die viele Produkte enthält, die Gesundes versprechen, aber das Gegenteil bewirken: Fertigmüsli, Schokoriegel, gezuckerte Tees und Limonaden, stark verarbeitete Joghurts.

„Gesund aufwachsen in Chorweiler“ bietet Eltern und ihren Kleinen aber noch viel mehr: Gemeinsames Spiel in der Gruppe, gemeinsam lernen, wie Entspannung geht und das Kind nicht mehr manchmal als „Stress“ empfunden wird, gemeinsam erfahren, wie schön Ausflüge ins Chorweiler Grün sind, und wie viel Freude Bewegung macht.

Karl-Josef Laumann zeigte sich überzeugt, dass es „nicht nur Strukturen braucht, um die Situation zu verbessern, sondern Menschen, die unterstützen. Sie tun das hier mit Herzblut und Leidenschaft, das merkt man ganz deutlich!“

Wir freuen uns über diese Anerkennung ebenso wie darüber, dass den Gästen klar war, dass die zeitlich immer begrenzte Projektförderung eine eher schwierige Grundlage für unsere Arbeit ist, die doch auf Kontinuität und Bindung beruht. „Aber das ist nun mal Bedingung für die ESF-Mittel“, ergänzte der Minister.

Die finanzielle Lage der Familien, die Möglichkeiten der Eltern, einer Arbeit nachzugehen und die Versorgung mit Kita-Plätzen waren weitere Gesprächsthemen. Karl-Josef Laumann plädierte dafür, diese Lebenslagen der Familien auch in den zuständigen Ämtern mehr zusammen zu denken :“Wir müssen doch die ganze Familie im Blick haben, wenn die Eltern keinen Job haben; und wir müssen die Lage der Eltern kennen, wenn wir dem Kind gerecht werden wollen. Das passiert noch nicht gut genug!“ Vor allem aber ist wichtig, „wie wir mit den Menschen umgehen, die Unterstützung brauchen“, so Minister Laumann. Bei „Gesund aufwachsen in Chorweiler“ konnte er sich davon überzeugen, dass wir denjenigen, die wir begleiten und beraten, wie in unserer gesamten Arbeit mit Respekt und Wertschätzung begegnen, ganz gleich ob Kind oder Erwachsener.

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