Die Projekte

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Die Familienhebamme

Die Familienhebamme ist eine staatlich examinierte Hebamme mit einer Zusatzausbildung.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der psychosozialen und medizinischen Beratung und Begleitung von Frauen bzw. Familien in belasteten Lebenslagen. Im Zentrum steht die gesunde Entwicklung des Kindes und die Förderung der Gesundheit in der Familie.

Familienhebammen sind gut vernetzt mit anderen Berufsgruppen, die für Schwangere und junge Familien bedeutsam sind. Bei Bedarf vermitteln und begleiten sie Familien zu Ärzten, Ämtern, beraten und betreuen bei Fragen zu Ernährung, Pflege und Förderung des Kindes etc.

Die Familienhebamme betreut:

  • schwangere Frauen
  • Mütter und Kinder bis zum 1. Geburtstag des Kindes
  • Familien, die in sozialer Isolation leben
  • Familien mit Suchtproblemen
  • Familien mit Migrationshintergrund und fehlender sozialen Einbindung
  • Frauen und/oder ihre Partner mit akuten psychischen Problemen und/oder physischen chronischen Erkrankungen des Kindes
  • Frühgeborene Kinder
  • Familien, die im Umgang mit dem Kind überfordert sind

 

Die Arbeit findet aufsuchend zu Hause statt; ebenso wird eine Sprechstunde angeboten sowie eine offene Babygruppe für das 1. Lebensjahr in einem Familienzentrum.

Die Tätigkeit der Familienhebamme ist für Familien kostenlos und unterliegt der Schweigepflicht.

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KiWi - KinderWillkommen

KSN Homepage

Kleine Schritte-Netzwerk

Angebote für Schwangere und Eltern mit Kindern von der Geburt bis zum Alter von drei Jahren im Bezirk Köln-Chorweiler

Liebe Mütter, liebe Väter!

Schön, dass Ihr da seid! Mit diesen Worten begrüßen wir seit über 20 Jahren alle Kinder in unseren Projekten. Seit 2007 heißen wir auch Eltern mit Kleinkindern in unseren Gruppen und Kursen willkommen.

Wir bieten Eltern von der Schwangerschaft bis zum dritten Geburtstag des Kindes Beratung und Begleitung an. In Kursen wie z.B. Babymassage und Babyschwimmen und in Gruppen für Babys und Kleinkinder fördern wir die gesunde Entwicklung und ein freudiges Miteinander der ganzen Familie.

“Gesund aufwachsen in Chorweiler” ist folgerichtig auch der Titel der Projektförderung, die wir in den Jahren 2019 und 2020 durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW und den Europäischen Sozialfonds erhalten.

Sie finden unsere Angebote in Chorweiler-Zentrum und in den Familienzentren in Ihrer Nähe.

Gerne kommen wir auch zu einem Gespräch zu Ihnen nach Hause oder bieten eine Beratung in unserer Sprechstunde an, wenn Sie Unterstützung in einer besonderen Lebenslage suchen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter der Telefonnummer 0221.169 200 95. Wenn es im Angebot unten nicht anders vermerkt ist, können Sie sich unter dieser Telefonnummer auch für Kurse und Termine anmelden.

Hier finden Sie uns:

Kindernöte e.V.
Florenzer Str. 84
50765 Köln-Chorweiler-Mitte

Städt. Familienzentrum
und Kindertagesstätte
Paul-Löbe-Weg 36
50769 Köln-Seeberg

Familienzentrum
Ludwig-Gies-Str. 1b
50769 Köln-Seeberg

Familienzentrum Sel. Papst Johannes XXIII
Riphahnstr. 38
50769 Köln-Seeberg
und
Herstattallee 16
50769 Köln-Seeberg

Familienzentrum und Kindertagesstätte
Schneebergstr. 65a
50765 Köln-Blumenberg

Ev. Kirchengemeinde Neue Stadt
Pariser Platz 32 a
50765 Köln-Chorweiler-Mitte

Tageseinrichtung für Kinder und Familienzentrum
Further Str. 14
50767 Köln-Roggendorf

Strassenkinder Projekt

Straßen-Kinder-Projekt

Das Straßen-Kinder-Projekt ist ein niederschwelliges, aufsuchendes Gruppenangebot auf der Straße für Kinder von sechs bis 13 Jahren. Derzeit gibt es acht Gruppen auf unterschiedlichen Spielplätzen und an Straßenecken, die sich jeden Donnerstag von 16.00 bis 17.30 Uhr treffen. Zielgruppe sind jene Kinder, die zu jung für Jugendzentren sind, oder aus unterschiedlichen Gründen keine anderen Freizeitangebote wahrnehmen können.

Wir bieten den Kindern einen verlässlichen und dauerhaften “Schutzraum” innerhalb einer Gruppe Gleichaltriger, in dem sie Freunde finden können, wo sie lernen mit anderen Kulturen und Religionen zu leben, wo sie mit ihren Fähigkeiten und Ressourcen ihre Nische finden und Verantwortung übernehmen können, wo sie mit den beiden Gruppenbegleitern zwei Erwachsene an ihre Seite bekommen, die zuverlässig, unbestechlich und gerecht sind.

Jede Gruppe beginnt auf die gleiche Art: Eine Frau und ein Mann, deutsch und nichtdeutsch, suchen an einem vorher bestimmten Standort Kinder auf. Sie haben kleine Handkarren mit Ball, Springseil und Gruppenbuch dabei und malen mit Kreide auf den Boden. Ein wichtiges Versprechen haben sie im Gepäck: „Wir kommen jetzt jeden Donnerstag, egal ob es regnet oder die Sonne scheint!” Die Kinder, die sich auf dieses Angebot einlassen, bilden nach und nach eine Gruppe, die sich immer zur gleichen Zeit am gleichen Ort mit gleichen Kindern und gleichen Gruppenbegleitern trifft. Manche Gruppen existieren schon seit zehn Jahren am gleichen Standort.

Der manchmal konfliktreiche Weg ist Ziel unserer Arbeit. Mit Hilfe des Begleiterpaars und der Gruppenregeln werden Konflikte moderiert. Sanktionen reichen von Ermahnungen bis zum zeitweiligen Gruppenausschluss. Wer fünf Mal ununterbrochen dabei war, bekommt seinen Gruppenausweis.

In den Gruppen erfahren und lernen die Kinder Toleranz, Rücksichtnahme und Teamarbeit, sowie die Auseinandersetzung mit Menschen aus anderen Kulturen und Ländern.

Für Kindernöte e.V. fing 1996 alles mit dem Straßen-Kinder-Projekt in Chorweiler an. Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Integrationspreis des Bundespräsidenten 2002.

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Spaß-Schule

Die Spaß-Schule ist intensive soziale Gruppenarbeit für Grundschüler mit Lernschwierigkeiten und/oder sozialen Auffälligkeiten. Mit dem Namen Spaß-Schule, den die Kinder dem Projekt gaben, erklären sie intuitiv das Ziel unserer Arbeit: Das „Lernen” wieder mit positiven Gedanken zu besetzen.

Zur Zeit gibt es drei Gruppen mit je ca. 12 Kindern, die sich bis zu drei Mal pro Woche nach dem regulären Unterricht an der Grundschule Merianstraße und an der Grundschule Gutnickstraße im Kölner Norden treffen. Seit dem Frühjahr 2019 ist eine vierte Gruppe hinzugekommen: Die Lindweiler Kickers, unser bisheriges Fußball-orientiertes Projekt Aufstieg, das schon seit vielen Jahren an der Förderschule Soldiner Straße angesiedelt ist. In allen Gruppen der Spaß-Schule arbeiten wir im Team, wie immer eine Frau und ein Mann, die als Vorbilder für Kinder agieren. Idealerweise hat eine/r davon einen Migrationshintergrund.

In den Gruppen werden die Kinder individuell gestärkt und erleben darüber wieder „Spaß” am Lernen, wodurch dem Entstehen negativer Schulkarrieren entgegengewirkt werden kann. Zahlreiche Gespräche mit Eltern, Lehrerinnen und Lehrern, Leistungsuntersuchungen und ein Vertrag mit jedem Kind bilden die Grundlage für eine individuelle Förderung.

Genauso wichtig sind aber auch Spiel, Sport, Tanz und Theaterspielen, die nach dem “Arbeiten” (Hausaufgaben und Co.) an die Reihe kommen. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, ihr Selbstbewusstsein über Erfolgserlebnisse und eine Menge gemeinsam erlebten Spaß zu stärken. In den Ferienzeiten finden Unternehmungen in der näheren Umgebung sowie Wochenendfahrten statt.

Die Lindweiler Kickers sind das Kindernöte e.V.-Angebot für fußballbegeisterte Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis 15 Jahren. Es findet einmal wöchentlich statt, viele der ca. 15 Kickers sind Schülerinnen und Schüler der Förderschule. Die Gruppe steht aber Kindern aller Schulformen offen.

Sie beginnt mittags nach Schulschluss mit einer Trainingseinheit in der Halle oder auf dem Bolzplatz. Gezielte Übungen und Spiele, vor allem aber der gemeinsame Spaß an Bewegung, Fußball und Austoben stehen im Mittelpunkt. Eine Lehramts-Studentin und ein Lehramts-Student leiten die Kinder an, geben Technik-Hinweise und arbeiten mit den Kindern am Teamgeist, am Zusammenspiel, am gemeinsamen Ziel, eine starke Gruppe zu sein.

Ein gemeinsames Mittagessen, das auch Gelegenheit zum Austausch bietet, schließt sich an: Wie geht es Dir? Wie war Dein Schultag? Was bewegt Dich gerade?
In der Abschlussrunde äußern alle – Kinder und Gruppenleitung – ihre aktuellen Eindrücke vom Erlebten: Waren wir fair? Waren wir erfolgreich? Haben wir als Team gut zusammen gespielt?

Besonders für die Förderschülerinnen und –schüler, die oft Stigmatisierung erfahren, bedeutet die Gruppe eine Stärkung, eine Möglichkeit, ihr Können zu zeigen und zu verbessern. Die Lindweiler Kickers sind oft auch eine der wenigen Gelegenheiten, damit Kinder aus unterschiedlichen Schulformen sich überhaupt begegnen. Eher prägen Vorurteile über „die von der Förderschule“ das Denken – das Fußballspiel sorgt für Begegnung und hilft so, Gemeinsamkeit statt Abgrenzung herzustellen. Die Kinder wachsen nach und nach in die Gruppe wie in eine Familie hinein, entwickeln Vertrauen in sich, die anderen Team-Mitglieder und die Begleitungen. Sie lernen, dass sie trotz Misserfolgen und Niederlagen, die natürlich passieren, angenommen und wichtig für die Lindweiler Kickers sind. Ältere Kinder, manchmal auch ehemalige Gruppenmitglieder, agieren als Co-Trainer, übernehmen also Verantwortung und Vorbildfunktion für die Jüngeren. Auch das ist eine stärkende Erfahrung, die motiviert.

Die Lindweiler Kickers unterhalten gute Kontakte zu anderen Kinder- und Jugendeinrichtungen im Stadtbezirk, absolvieren Freundschaftsspiele und nehmen auch an Turnieren teil. Beim diesjährigen Kindernöte-Cup belegten sie den 2. Platz!

Wesentlich für die Arbeit und für alle Gruppenleitungen der Spaß-Schulen verpflichtend sind die zweiwöchentlich stattfindenden Reflexionsrunden: Hier tauschen sie sich über ihre Arbeit aus und erhalten Impulse von der Projektleitung. Hinzu kommt ein intensiver fachlicher Austausch mit der kooperierenden Grundschule.

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Lückenkinder

In unserem Projekt Lückenkinder führen wir intensive soziale Gruppenarbeit mit Kindern im Alter von 6 bis 10 Jahren mit sozialen und emotionalen Defiziten durch. Zwei Gruppen mit je ca. 10 Kindern treffen sich zwei Mal wöchentlich an zwei Grundschulen im Kölner Norden. Auch hier arbeiten wir im Team, wie immer eine Frau und ein Mann, die als Vorbilder für Kinder agieren. Idealerweise hat eine/r davon einen Migrationshintergrund.
In den Gruppen nehmen Mädchen und Jungen teil, denen es nicht gelingt, „ihren Platz” in altersgleichen Gemeinschaften zu finden bzw. zufriedenstellend zu gestalten, also Kinder

  • die keine Freunde finden,
  • die keinen Platz in der Offenen Ganztagsschule gefunden haben oder dort rausgeflogen sind,
  • die die Schule schwänzen
  • die nachmittags alleine zu Hause sind,
  • die überall anecken, weil sie oder ihre Familie „anders” sind,
  • die sozial isoliert ausschließlich in ihrer ethnischen Gruppe leben,
  • deren Eltern keinen Sport- oder anderen Freizeitclub bezahlen können, weil sie arm sind.

 

Das Gefühl, nicht dazu zu gehören, schwächt dauerhaft das Selbstwertgefühl der Kinder. Sie neigen zu aggressiven oder überängstlichen, depressiven Verhaltensweisen, was wiederum zu Konflikten im Freundeskreis, in der Klasse und zu Hause führt. So werden sie zu „schwarzen Schafen” oder Außenseitern. Kinder aus Migranten-Familien gehören oft bereits durch unzureichende Sprachkenntnisse dazu. Häufig stammen diese Kinder aus einkommensschwachen und/oder bildungsfernen Familien, aber auch aus Familien, die durch Trennungen gezeichnet sind.

Die “Jedi-Gruppe” in Seeberg und die “Coole Gruppe” in Heimersdorf ermöglichen viele Chancen zur „Ich-Stärkung”, unterstützt durch die Gruppenbegleitungen. In kleinen, aber nachhaltigen Schritten wird so eine neue Grundlage für mehr emotionale Sicherheit und Lernbereitschaft gebildet und nachhaltig gefestigt.
Nach Schulschluss geht es mit einem gemeinsamen Mittagsimbiss los. Es folgen Sport, Spiele möglichst im Freien, kreatives Gestalten, Tanz, Theater, Gesang. Wochenend-Ausflüge bieten wichtige Entwicklungsanreize. Ein breit gestreutes Programm ermöglicht jedem Kind mit seinen Begabungen und Stärken „seine” Nische zu finden und Anerkennung und Erfolg zu spüren. Ein individuell geplantes Förderprogramm bietet darüber hinaus z. B. aufbauende, bewegungsorientierte Unternehmungen für adipöse Kinder, heilpädagogisches Reiten, Voltigieren zur Linderung motorischer Störungen und gezielte Angebote bei Lernproblemen wie die Lesestunde und Konzentrations- und Rechenspiele.

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Soziale Gruppenarbeit und Inklusion